Ostern, Tischdekoration und der etwas andere Osterhase

“Wer hat an der Uhr gedreht, ist es wirklich schon so spät?”

Ich gehöre ja zu den Menschen, die es super finden, dass der Osterhase schon wieder vor der Tür steht – Klarer Frühjahrs-/ Sommermensch würde ich sagen. Den Winter verabschieden, die warme Jahreszeit mit ihren langen sonnigen (hoffentlich!) Tagen willkommen zu heißen entspricht völlig meiner Natur. Ich brauche Licht, und zwar viel.  Ästhetisch gesehen ist mir auch ein kleines graues, (fragt mich nicht wieso, aber in meiner Vorstellung ist der Osterhase hellgrau) fröhlich hoppelndes Fellbündel auch lieber als eine Herde Rentiere. Soweit so gut.

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Deko-technisch allerdings, ist Ostern so ein bisschen mein persönliches Armageddon. Irgendwie von allem zu viel: zu bunt, zu durcheinander und zu kitschig. Weihnachten ist ja auch echt oft over-the-top, aber da halten sich zumindest die Farbexplosionen noch ein bisschen im Rahmen. Ostern hingegen, da wird alles ausgepackt was der Farbkasten hergibt. Manchmal muss ich in mich hinein grinsen und denke: “So, und jede Farbe der Eier an diesem Ast ziehst Du jetzt bitte in einem Outfit an.” Was meint ihr wie schnell das Durcheinander verschwinden würde. Ihr merkt schon, mein Ding ist das typische Oster-Gedöns nicht. Bei uns gibt es dieses Jahr nicht mal Schokoladen Osterhasen, denn die würden dann wie die letzten Jahre auch – kurz vor Ablaufdatum natürlich – eh nur wieder als Kuchenglasur dem Besuch untergejubelt werden. Oster-Deko ist bei uns sehr spärlich gesät: dieses Jahr ist es nur ein schlichtes weißes Hasenkissen, welches ich selbst gemacht habe.

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Dennoch liebe ich es, mit meinem Alltagshelden gemütlich am Ostersonntag am schön gedeckten Tisch ausgiebig zu brunchen und einen kuschligen Tag zu verbringen. Im Vorfeld wird dann auch ein bisschen gebastelt, denn etwas selbst gemachtes muss immer dabei sein.  Und als ich mir so über Ostern meine Gedanken gemacht habe, kam mir die Idee einfach mal zu schauen, was es in anderen Ländern so für Bräuche gibt und mich auf Spurensuche in die Weite des Internets begeben…

Es gibt schon skurrile Bräuche: auf den Philippinen z.B., fassen Eltern ihr Kinder am Kopf und heben sie hoch – und ja, sie glauben die Kinder werden dadurch größer. In Finnland “verkloppt” man am Palmsonntag Freunde und Bekannte mit Birkenruten – das soll Glück bringen. Und in manchen Orten werden in Irland symbolisch Heringe begraben, um das Ende der Fastenzeit einzuläuten.

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Als bekennender Australien und noch größerer Neuseeland Fan war es besonders spannend für mich, was es dort für Bräuche und Eigenheiten gibt. Das Osterfest an sich unterscheidet sich dort nicht großartig von unserem – OK, die Jahreszeit ist eine andere, dort fällt Ostern ja auf den Herbstanfang – Südhalbkugel und so. Aber dafür ist das Hasen-Analogon doch um einiges interessanter als bei uns: Während die Neuseeländer versuchen den Osterhasen durch den Kiwi zu ersetzen bringt in Australien tatsächlich nicht der Osterhase die Eier; (OK, in Schweden auch nicht, da bringen die Osterküken die Eier (finde ich persönlich jetzt auch logischer, aber egal)) denn der Hase gilt in Australien als Plage, seit er von den Europäern eingeschleppt wurde, die der heimischen Tier- und Pflanzenwelt schwer zu schaffen macht. Und da es den Australiern ja nicht an seltenen Tieren mangelt, haben sie kurzerhand den vom Aussterben bedrohten Kaninchennasenbeutler, den  Bilby, zu Ihrem Osterhasen-Analogon auserkoren – den gibt’s nämlich nur dort – auch aus Schokolade: Schokoladen Bilby.

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Mirjam also Blitzidee gehabt: Australien? Bilby? Deko? “Klar!” Eukalyptus! (Stellt euch mich jetzt als Wickie vor, wie ich so mit meinem Zeigefinger um die Nase fahre und mir plötzlich ein Licht aufgeht.)

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Der Rest war dann auch schnell gefunden, es sollte ein bisschen frühlingshaft, ein bisschen fröhlich aber trotzdem nicht kitschig sein.Für die Fröhlichkeit sorgen die Punkte, für den Frühlingstouch gibt’s das grün des Eukalyptus und den Nude-Ton. Die Serviettenringe sind selbst gemacht, die Eierbecher und die Teelichthalter sind quasi Upcycling (die Eierbecher sind umfunktionierte Maxi-Teelichthalter, die Teelichtgläser sind leere Desertgläschen aus dem Supermarkt) bemalt habe ich sie mit Acrylfarbe in einem nude Ton. Und äh ja, die Strohhalme, die ich zuhause hatte haben farblich nicht zum Konzept gepasst, da sind sie kurzerhand auch dem Pinsel zum Opfer gefallen :-).

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