365 Tage “Abenteuer Niederlande” – das erste (gemeinsame) Jahr

Unglaublich, heute vor genau 365 Tagen, starteten unsere ersten gemeinsamen 24h   in den Niederlanden – also nicht als Urlaub, sondern die ersten 24h unseres “neuen” gemeinsamen Lebens in Leiden. Hier gibt’s die Erklärung, wieso, weshalb, warum;-).

Ein bisschen hat es sich angefühlt wie erneut Zusammenziehen, obwohl wir ja schon seit (oh wei, jetzt muß ich echt erstmal rechnen) – wartet: 14 Jahren (14 Jahre?! Echt jetzt?) zusammen gewohnt haben. Zu meiner Verteidigung kann ich sagen, dass wir bis zu diesem 28.03.2017 für 1,5 Jahre eine Fernbeziehung geführt haben und daher war das alles irgendwie doch wieder aufregend. Man gewöhnt sich nämlich echt schnell an die sturmfreie Bude und das “sein Ding” machen  ;-). Genauso so schön ist es aber auch, das Leben wieder zu teilen mit allen kleinen Alltagssituationen oder wie wir sagen, dem “Abenteuer Niederlande”.

Der Umzug lief relativ problemlos, Umzug halt, ihr kennt das ja. Ein Haufen zu organisieren, ein- und auspacken, Behördengänge, usw.. Das Ganze über Landesgrenzen hinweg ist dann doch nochmal ein bisschen eine andere Nummer, denn anderes Land andere Sitten, Organisation, to dos. Aber auch das ging alles soweit glatt und das Leben in den Niederlanden konnte starten.

Blöd wurde es erst, als unsere gemietete Wohnung zwei Monate später verkauft wurde und wir uns erneut dem schwierigen Mietmarkt in den Niederlanden zuwenden mussten. Sechs Monate sollten wir Zeit haben etwas Neues zu finden – in den Niederlanden eine halbwegs nach DACH-Standard akzeptable Wohnung zu finden, zu bekommen und bezahlen zu können/ wollen würde ich als Herausforderung bezeichnen. Ich sag’ nur soviel: zwischenzeitlich waren wir so verzweifelt, dass wir sogar in Betracht zogen etwas zu kaufen, wobei hierbei selbiges wie für Wohnungen gilt, allein der Markt ist etwas größer. Glaubt mir, unser “Plan B” ging bei uns bis “F” – von Hotel, bis Zeltplatz waren alle Ideen dabei. Glücklicherweise aber haben wir kurz vor knapp noch unsere jetzige Wohnung gefunden. Wäret ihr bei Schlüsselübergabe neben uns gestanden, hättet ihr wahrscheinlich die Alpen bröckeln hören. Jetzt wohnen wir auch schon wieder 5 (!) Monate hier und fühlen uns pudelwohl! Ganz nebenbei hat sich für den Alltagshelden auch noch ein Wunsch erfüllt, denn eigentlich will er seit Jahren schon gerne mal mitten in der Stadt wohnen.

Nach erneutem Umzug und stressigem Jahresende im Job haben wir dann erstmal eine Zeit die neu gewonnene Sicherheit genossen und entspannter auf die nächsten Monate des ersten “Abenteuer Niederlande” Jahres geschaut. Weiter hieß es für mich Niederländisch lernen, diesmal nicht mit Babbel, Sprachkurs am Goethe-Institut oder Selbststudium (ich tendiere dazu mich hinter anderen zu verstecken, wenn meine Sprachkenntnisse für mein Gefühl noch nicht gut genug sind), sondern in einer 1:1 Konstellation, bei der man einfach nicht anders kann als sprechen. Das war auf jeden Fall die beste Entscheidung, denn seitdem wird es deutlich besser. Und da die Sprache für mich essentieller Teil ist, wenn man in einem fremden Land lebt, ist das meine Prio Nummer eins.

Ansonsten fühlte sich das Jahr ein bisschen so an wie damals, als man für’s Studium in die neue Stadt (in meinem Fall München) kam. Alles ist neu, man kennt niemanden, jeden Weg geht man ein erstes Mal, viele Fragen von: “Wie funktioniert das?”, “Wo bekomme ich das?” – trotz wirklich guter Vorbereitung staune ich heute noch fast täglich über kleine Dinge, die ich hier erleben darf. Manches ergibt sich einfach erst vor Ort. Gleichzeitig ist es aber auch super spannend, es gibt soviel zu entdecken, zu erleben, zu lernen, zu erfahren, auch sich selbst lernt man nochmal von einer ganz anderen Seite kennen.

Viele finden es mutig, alles Gewohnte hinter sich zu lassen und nochmal neu anzufangen. Ich nenne es abenteuerlustig, denn auch wenn wir hier einen ganz normalen Alltag haben – zwar in einem anderen Land mit einer fremden Sprache – ist und bleibt es trotzdem noch ein großes Abenteuer!

 

 

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