Niederlande – die Fakten unserer Orientierungsreise

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Nun sind wir schon seit vier Wochen wieder zurück von unserem Orientierungstrip und ich habe euch immer noch nicht auf den Stand der Dinge gebracht – sowas! Dann will ich dass mal schleunigst nachholen. Hier also die Fakten unserer Woche in Holland. Es war nicht unser erster Besuch in den Niederlanden, aber zumindest mein erster, der nicht Urlaub war.

Fakt Nummer eins: Vorsichtig mit der Aussage “Holland”, die holländischen Provinzen sind das Pendant zu unseren Bundesländern. Und sagt mal einem Hessen, er kommt ja aus Bayern. Genau: nicht gut! Also, man sagt nicht Holland, sondern Niederlande. In unserem Fall dürfen wir sogar Holland sagen, da wir – egal in welcher Stadt wir leben werden – auf jeden Fall in Holland wohnen.
Fact Nummer zwei: Der Verkehr ist bei weitem angenehmer als in Deutschland, bedingt durch die doch recht niedrigen Höchstgeschwindigkeiten (130 km/h auf Autobahnen), dadurch fahren aber auch alle mit ähnlichen Geschwindigkeiten, es wird kaum gedrängelt und ein absolutes Highlight (für mich als Nachtfahr-Blindfisch – oh mein Gott, was für ein Wort), die beleuchteten Autobahnen. Was allerdings tatsächlich etwas gewöhnungsbedürftig ist, sind die zweispurigen Kreisverkehre. So, jetzt wisst ihr warum die A9 im Sommer immer etwas voller ist ;-).

Fakt Nummer drei: Die Wohnungssuche gestaltet sich als schwieriger als gehofft. Wir sind durch unsere Wohnung hier in München sehr verwöhnt und es wird wohl nicht ganz einfach werden eine ähnlich Schöne dort zu finden. Dazu kommt noch, dass der Immobilienmarkt in den Niederlanden völlig anders funktioniert als hier. Dort wird wesentlich mehr gekauft als gemietet, das Kaufen und Verkaufen ist dort auch viel einfacher als hier. Nur so zum Beispiel, seit sechs Tagen gab es auf einem großen niederländischen Immobilienportal keine neue Ausschreibung zu unserer Suche – zumindest für Leiden. Aber zum Glück sind wir ja von München einiges gewohnt. Tschakka!

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Fakt Nummer vier: Auswärts essen ist nicht so verbreitet, sondern wird eher zu besonderen Anlässen wie Geburtstagen oder Familienfeiern gemacht, plus die Niederländer essen sehr früh zu Abend – haben wir auch erst gelernt, als es sich in Leiden (ja, die Stadt heißt wirklich so) als nicht ganz trivial herausstellte um 20:00 Uhr etwas anderes als Döner oder McDoof zu bekommen. Was mir persönlich auch noch aufgefallen ist, es wird sehr viel Convenience Food gegessen, das Angebot in den Supermärkten übersteigt dass reichhaltige – zumindest ich empfinde das so – Angebot in unseren Supermärkten bei Weitem. Und es gibt sogar Mikrowellen hinter den Kassen, um das soeben Gekaufte auch gleich warm zu machen. Die Kaffeekultur ist mega, ich hab selten soviel guten Kaffee in einer Woche getrunken. Und das Coolste, was ich gesehen habe, war in Amsterdam der “Magnum Pleasure Store”! Da kann man sich sein eigenes Magnum zusammenstellen – googelt mal.
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Fakt Nummer fünf: Was ich persönlich ja super finde ist, dass die Niederlande ein sehr innovationsfreudiges Land sind, ich habe noch nie so viele Elektroautos plus dazu gehörige “Tankstellen/ Ladstationen” auf einen Haufen gesehen. Auch Technologien wie 3D Druck und andere fanden in den Niederlanden ihren Anfang.
Fakt Nummer sechs: Die Sprache, ja, mmmh, das ist so ein Thema. Leider spricht keiner von uns beiden ein Wort Niederländisch. Mit Englisch kommt man ohne Probleme durch, aber wir wollen ja nicht auf Dauer als “Expats” erkennbar sein und für meinen Beruf ist über kurz oder lang Niederländisch unerlässlich. Daher heißt es für mich ab Ende November zumindest mal zwei Wochen Intensivkurs am Goethe Institut in Amsterdam. Bin schon gespannt und freue ich sehr darauf.
Fakt Nummer sieben: Die Geschäfte haben auch an Sonntagen geöffnet – definitiv eine Belastung für meinen Geldbeutel. Allein schon die vielen liebevoll gestalteten und mit wunderbaren Dingen ausgestatteten Interiorläden. Ich glaube der Alltagsheld muß mich dann an den Stuhl fesseln, sonst komme ich ja jede Woche mit neuer Deko nach Hause. Ohwei, ohwei.
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Fakt Nummer acht: Die Niederländer sind sehr entspannte, freundliche und offene Menschen, die es gerne unkompliziert und unprätentiös mögen; auch bei der Kleidung. Sehr angenehm, wenn man seit 16 Jahren in München lebt (Oh Gott, bin ich alt!).
Fakt Nummer neun: Ach herrje, da habe ich doch glatt den absoluten Klassiker vergessen. Ihr ahnt es schon, genau, Fahrräder: Fietsen. Es ist absolut kein Vorurteil, es ist das Fortbewegungsmittel. Manchmal hatte ich das Gefühl, die Fahrradwege sind befahrener als die Fußgängerwege quasi belaufen. Und die sind auch echt alle ordentlich schnell unterwegs, puh, bin mal gespannt wann ich mich das erste Mal dort fahren traue. Am Besten ich geh erstmal auf dem Land üben ;-). Auch sehr cool, in Leiden und Amsterdam ist mir das aufgefallen. Auf den Grachten fahren ganz viele Leute gechillt mit Picknick und Wein auf ihren kleinen Privatbooten, kommt unbedingt auf die To-Do-When-We-Live-There-Liste.
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